Das Mai-Buch: Das original Rex-Kochbuch: Das 1×1 des Einkochens

Das original Rex-Kochbuch

“Einrexen” und “Einwecken” leicht gemacht

Auch mein Maibuch ist wieder eines aus meiner Sammlung. Das 1×1 des Einkochens, “das Rex-Kochbuch” ist aber keines Falls ein verstaubter Hausfrauen-Ratgeber, wie der Titel vielleicht vermuten lässt, sondern eine Sammlung von interessanten Gerichten für den Vorrat. Interessant in einem guten Sinne. Nicht zuletzt, weil es ein österreichisches Buch ist und in der Schweiz nicht alles geläufige Gerichte sind. Ich lerne gern dazu. Eingelegter k&k Salat, Krautgulasch und traditionelles böhmisches Zwetschkenmus sind nur ein kleiner Teil.

Auf dem Titel steht “Das original Rex-Kochbuch”. Kennst du die Rexgläser? Sie sind das österreichische Pendant zu Weck. Das heisst, zwischenzeitlich waren die Markenrechte sogar mal bei Weck. Und der Einfachheit halber hat man wohl die Form der Gläser vereinheitlicht, später die Produktion sogar eingestellt. Seit 2015 gibt es sie aber wieder, die Rexgläser. Und darum spricht man auch von “Einrexen”. Aber darüber will ich ja gar nicht schreiben. Sondern über das Rex Kochbuch.

Geschrieben hat es Nikolaus Tomsich zusammen mit Felix Büchele, der auch die Fotos gemacht hat. Erschienen ist es 2017 im Leopold Stocker Verlag, Graz und verfügt über 254 Seiten. Was mir sehr gut gefällt, ist seine Grösse. Mal nicht so ein dicker Wälzer, der in der Küche nur im Weg ist. Ein wenig grösser als A5 und nur 2,5 cm dick mal wirklich handlich.

Die Autoren

Nikolaus Tomsich hatte damals, als er das Buch schrieb, sozuagen von “berufswegen” mit Einmachgläsern zu tun. Er arbeitet als Verkaufsleiter bei der Firma Müller Glas & Co., die 2015 die Rexgläser neu auflegte. Ausserdem kocht er fürs Leben gern und hat schon von seiner Oma gelernt, dass es keine Reste gibt. Also ist das Einkochen sehr naheliegend.

Felix Büchele ist ein langjähriger Freund, der als Fotograph arbeitet. Das traf sich wohl sehr gut, weil gute Bilder von Speisen nicht immer eifach zu machen sind. Und es fällt mir auf, dass die Bilder im Buch sehr passen und schön arrangiert sind. Toll ist natürlich, wenn der Fotograph auch noch begnadeter Koch ist, und gleich mitschreiben kann.

Zum Inhalt

Das Vorwort

Auch hier steht, dass Vorratshaltung wieder auf dem Vormarsch ist, und dass die Deutsche Regierung 2015 bereits aufgerufen hat, wieder Vorräte anzulegen. Somit kam “Original Rex-Kochbuch” gerade richtig.

Er schreibt über die Geschichte von Rex und auch eine persönliche Geschichte mit dem Gläserkosten in der Speisekammer der Grossmutter fehlt nicht. Und er erzählt auch die witzige Geschichte, wie es zur Buchidee und zur Zusammenarbeit mit Felix Büchele gekommen ist, der nicht nur fotographiert hat, sondern auch Co-Autor ist.

Die Grundlagen

Auf 35 Seiten werden die Grundlagen des Einkochens im Rex-Einkochbuch sehr gut und ausführlich erklärt. Nicht ganz so ausführlich wie im Weck-Einkochbuch, aber solide. Was mir eigentlich gut gefällt, ist die Erklärung der verschiedenen Gläser und der verschiedenen Deckelarten, und wofür diese geeignet sind. Man merkt hier deutlich den beruflichen Hintergrund von Herrn Tomsich. So habe ich diese Punkte die man bei der Glaswahl berücksichtigen muss, noch in keinem Buch gefunden.

Zu kurz kommen für mich die Hygiene und Arbeitsabläufe. Das ist das Wissen das man braucht um grosse Ausfälle durch Schimmel oder anderweitigen Verderb zu verhindern. Da hätte ich mir mehr gewünscht.

Zum Starten noch eine Seite mit Gläservorbereitung, Lagerung und Haltbarkeit und in einem Satz, was nicht einkochbar ist. Dann geht es bereits zu den Rezepten.

Die Rezepte im Rex-Kochbuch

Aufgeteilt ist in folgende Kapitel:

  • Marmeladen, Gelees, Kompotte und Säfte (S. 48-99)
  • Eingelegt und eingekocht (S. 100-119)
  • Suppen, Eintöpfe und Aufläufe (S. 120-149)
  • Saucen und Chutneys (S. 151-169)
  • Fleisch, Fisch, Pasteten und Wurst im Glas (S. 170-205)
  • Gemüsegerichte und Beilagen im Glas (S. 206-229)
  • Dessert und Brot (S. 230-249)
  • Rezeptregister
  • Einkochtabelle

Zu Beginn jedes Kapitels kommt noch einmal ein kleiner Theorieblock, bevor man mit den Rezepten startet. Die Rezepte gefallen mir gut, einige habe ich auch schon ausprobiert. Wie ich finde eine tolle Auswahl, da ist wirklich für jeden Anlass etwas dabei. Sogar an das Dessert wurde gedacht.

Das Layout der Rezepte finde ich persönlich etwas gewöhnungsbedürftig. Die Zutaten stehen oben als Block, das heisst, ich muss sehr gut aufpassen, dass ich alles einkaufe. Eine Liste finde ich da sehr viel praktischer.

Anschliessend ist das Vorgehen in wenigen Schritten (4-7) beschrieben. Wobei man gut daran tut, sich alles genau zu überlegen, wie man vorgeht. Beim Joghurt-Zitronenkuchen beispielsweise steht, man soll die Gläser schliessen und bei 180°C backen. Kann man machen, stinkt aber dann drei Tage nach geschmolzenem Gummi und die Kuchen sind eingeschweisst ;-).

Was natürlich im Rex-Kochbuch auch auffällt, ist, dass 120 Minuten eingekocht wird und nicht 2 x 60 Min. Aber da ist eben wieder der Ländergraben. Ich empfehle die Schweizer Variante. Bei Fleisch wird ist sogar 120 Minuten im Backofen bei 120 Grad empfohlen. Da bin ich persönlich etwas skeptisch und würde ein Kontrollglas verwenden. Aber technisch sollte man das Ziel so auch erreichen. Im Kern noch einmal eine längere Zeit nahezu 100°, das klappt. Ich bin wie bereits geschrieben eine Verfechterin der 2×60 Min. bei 100° im Dampf oder im Wasserbad. Wichtig ist wie immer die Eigenverantwortung. Und schlussendlich muss es einfach sicher sein. Punkt.

Zum Layout und zur Aufmachung

Das Original Rex-Kochbuch ist schön gemacht. Was auffällt, ist, dass alles was wichtig ist, mit roter Schrift hervorgehoben wird. Das gefällt mir sehr gut. Die Bilder sind sehr stimmig und motivieren mich, zum Ausprobieren. Der Fettdruck bei der Einleitung zu den Rezepten gefällt mir persönlich nicht besonders und auch die Schriftgrösse der Rezepttitel und die Schriftart sind nicht ganz mein Ding. Aber das wieder mal mäkeln auf hohem Nieveau.

Bei den Fotos fällt mir auf, dass wie in vielen anderen Büchern auch, und wie heute fast auf allen Foodbildern, Zutaten auf dem Tisch verstreut sind. Damit habe ich meine liebe Mühe. Diese Lebensmittel werden ja nach dem Foto meist weggeworfen. Vielleicht bin ich da kleinlich, aber ich denke es jedes Mal.
Was ist deine Meinung dazu? Braucht es das, für ein gutes Bild? Ist das die Fülle, die wir zeigen wollen? Was braucht es nach deiner Meinung für ein gutes Bild?

Mein Fazit zum Buch “Das 1×1 des Einkochens”

Das Rex-Kochbuch ist ein praktisches, handliches Buch mit viel Inspiration. Ich habe darin meine Liebe zum Kuchen im Glas gefunden. Was allerdings etwas schwierig ist, sind die österreichischen Bezeichnungen für Lebensmittel. Da muss ich ab und zu mal die Suchmaschine bemühen, bis ich weiss, wie das Produkt in der Schweiz heisst.

Herr Tomsich weiss, wovon er spricht und kocht die Rezepte auch selbst für sich und seine Familie. Das motiviert, die Rezepte selber auszuprobieren. Mir gefällt es trotz den Kritikpunkten gut, und es kommt meistens in meine Bücherkiste, wenn ich einen Kurs gebe.

Von mir bekommt das Buch “Das 1×1 des Einkochens” 3.5* von 5*

Den Punkteabzug gibt es für die unübersichtliche Zutatenliste, das fehlende Glossar, und für die Vorgehensweise, die für Ungeübte nicht immer ganz klar ist. Und was gar nicht geht, sind Anweisungen, die zu solchen Pannen führen, wie die mit meinem eingeschweissten Kuchen.

Die 3,5 Sterne sind verdient. Ich mag das Buch nämlich trotz allem sehr. Ich habe das nötige Vorwissen und die Rezepte aufmerksam auf ihre Machbarkeit. Für geübte Einkocher*innen ein tolles Buch mit neuen Ideen.

So geht es weiter

Das Buch für die nächste Rezension liegt schon bereit: “Haltbarmachen im Glasumdrehen” von Sue Ivan. Soeben im Löwenzahn Verlag erschienen und schon in meiner Schreibküche, was für eine Freude. Der erste Eindruck gefällt mir sehr gut, gerne werde ich in etwa vier Wochen darüber zu berichten.

Herzliche Grüsse aus der Schreibküche

Frau Rührwerk

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