Sauregurken Zeit

Zvieriplättli, mit Chutney, Brot, Käse und Gewürzgurken

„Sommerzeit ist Sauregurken Zeit“ heisst es bei den Zeitungen. Alle sind in den Ferien, es passiert wenig Spannendes. Das kann im Blätterwald ja stimmen, aber im Garten ganz bestimmt nicht.

Täglich kann man beobachten, wie das Gemüse wächst und wächst und wächst… Uns manchmal sogar über den Kopf wächst. Irgendwann haben wir genug Gurkensalat, Gazpacho und Gurkenrädli gegessen. Also was tun mit den immer neuen Gurken? Sicher nicht auf den Kompost!

Die Lösung für die Gurkenschwemme

Die Antwort ist die gleiche, wie beinahe bei jedem Gemüse: einkochen! Gesagt getan. Frau Rühr-Werk hat gesucht, ausprobiert und herumgepröbelt, bis das richtige Rezept gefunden war.

Wie immer sind auch hier die Zutaten entscheidend: aus bitteren, oder schon zu weichen Gurken kann man keine tollen Gewürzgurken zaubern. Einen minderwertigen Essig, mit beissender Säure zu verwenden, lohnt sich schlicht nicht. Wählt bitte gute Zutaten! Bei der Wahl des Essigs lohnt es sich, einen zu finden der eine feine Säure aufweist und angenehm in der Nase ist. Bei den Gurken sind die aus dem eigenen Garten die besten. Wenn man keinen Garten hat, kann man sie auch auf dem Markt kaufen. Aber bitte nicht im Fünferpack Snackgurken, eingeschweisst in Plastik kaufen. Das wäre doch sehr unökologisch. Dann noch lieber Salatgurken wählen, die gibt es sogar im Laden ohne Verpackung (meistens).   

Von diesen Genussgläsern muss ich für einmal nicht solche Massen, wie bei der Tomatensauce produzieren, weil die Männer der Familie Rührwerk keine Essiggemüse mögen. Gut für uns Mädels 😉 

Das Rezept für 4 Gläser à 500 ml

Zutaten für Gewürzgurken

Zutaten

  • 2 Stk. Zwiebeln
  • 1 kg kleine Gurken
  • 250 ml Weissweinessig
  • 150 ml Weisswein 
  • 500 ml Wasser
  • 120 g Zucker 
  • 1 EL Salz 
  • 8 Wachholderbeeren
  • 1 TL Senfsaat
  • 4 Lorbeerblätter
  • 4 Zweige Bohnenkraut

Ausserdem brauchen wir:  4 Einmachgläser à 1/2 Liter, passende Gummiringe und Klammern,
1 grosse Pfanne (5-6 Liter), Lochkelle, ev. Schöpfkelle oder Litermass
Ich nehme gerne die geraden Weckgläser, die Tulpenform ginge auch, allerdings muss man da meist die Gurken schneiden, damit man sie einschichten kann. 

Varianten

Optional kann man 1-2 Zweiglein Dill pro Glas hinzufügen, auch Knoblauch kann ich mir vorstellen. Wie immer gilt auch hier: Experimentieren erwünscht.  

Wichtig ist, dass die Essigmenge und die Zuckermenge nicht verringert werden, da diese ihren Teil zum Konservieren beitragen. Wer keinen Wein verwenden möchte, kann diesen auch durch halb Essig und halb Wasser (halb/halb) ersetzen, weissen Traubensaft verwenden, oder Condimento Bianco hätte sicher auch einen feinen Geschmack. 

Gläser im Backofen bei 100°C zum sterilisieren

Gläser vorbereiten

Gläser und Deckel sauber waschen und zum Sterilisieren bei 100°C min. 10 Min. in den Backofen stellen. Gummiringe in Wasser aufkochen und im Wasser lassen. Klammern zum Verschliessen der Gläser bereit legen.

Gemüse vorbereiten

Zwiebeln schälen, halbieren und in Spalten schneiden, Gurken waschen, in die Gläser stellen. Kräuter waschen, auf die Gläser verteilen. Gewürze in die Gläser verteilen.

Sud mit Zwiebeln

Sud

Weissweinessig, Weisswein, Wasser, Zucker und Salz in eine Pfanne geben. Geschnittene Zwiebeln dazugeben, aufkochen, ca. 5 Min. köcheln lassen. 

Gurken werden im Steamer eingekocht

Abfüllen

Mit der Lochkelle die Zwiebeln aus dem Sud fischen und auf die Gläser verteilen. 
Gläser bis ca. 1.5 cm unter dem Glasrand mit Sud auffüllen. 
Gummis und Deckel aufsetzen, mit 2 Klammern verschliessen.
(darauf achten, dass die Gummis richtig aufgelegt sind)

Einkochen

Jetzt werden die Gläser 30 Min. bei 90°C im Wasserbad eingekocht. Mit Deckel auf der Pfanne oder dem Wecktopf. 
Wer gerne im Dampfgarer oder Kombisteamer einkocht, verwendet die gleichen Zeiten, und das Programm Dampfgaren. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Einmachzeit erst beginnt, wenn die Temperatur erreicht ist (ich habe darum 45 Minuten eingestellt).
Allenfalls hat euer Gerät ein Einkoch-Programm, das ihr verwenden könnt.
Und wer im Backofen einkochen möchte, findet hier bei küCHenzauber alles wichtige dazu.

Wenn der Einkochvorgang beendet ist, die Gläser vorsichtig aus dem Wasser heben oder aus dem Ofen nehmen und zum Abkühlen auf ein Holzbrett oder ein gefaltetes Küchentuch stellen. Die Gläser vor Zugluft schützen (ev. mit einem Tuch abdecken). 

24 Stunden abkühlen lassen, Klammern entfernen und durch kurzes „Am-Deckel-Hochheben“ testen, ob die Gläser verschlossen sind. Anschreiben und kühl und dunkel einlagern. 
Sollte ein Glas nicht verschlossen sein, macht es Sinn dieses neu zuzumachen und noch einmal einzukochen. Weil sofort aufessen nicht der gleiche Genuss ist wie nach dem durchziehen. 

Zvieriplättli, Käse, Brot, Chutney und Gewürzgurken

Lagern und Geniessen

Die Gläser müssen jetzt ca. 3-4 Wochen stehen gelassen werden, dass die Gurken richtig schön durchziehen können. 

In einem Monat sind die selbstgemachten Gewürzgurken dann bereit um probiert zu werden. Ein Genuss auch auf einem feinen Käseplättli, wie ihr sehen könnt. 

Ich wünsche euch viel Freude beim Nachkochen und viel Genuss beim Aufessen

Eure Frau Rühr-Werk 


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