Manchmal sind es die kleinen Dinge

Crackers auf einem Haufen mit Teigrad

Es sind die kleinen Dinge, an denen man sich im Alltag freuen kann. Zum Beispiel an einem Glas voller frischer selbstgebackener Crackers. Das jetzt übrigens schon wieder leer ist, was mich doppelt freut. Wie das geht zeige ich Dir weiter unten. (die ganz Ungeduldigen können hier zum Rezept springen)

Was mich (auch) zum Backen bringt

Da habe ich mir mit dem Mittagessen wirklich Mühe gegeben. Die Kids hatten letzte Woche verkündet, sie würden jetzt Curry auch mögen. Darum habe ich ein wunderbares Curry mit Tofu und Karotten, dazu Reis gekocht. “Ist jetzt nicht so Meins!” O-Ton meiner Tochter. Ja, das ist sehr gewählt ausgedrückt. Da gibt es auch ganz andere Kinder. Aber frustriert war ich trotzdem. Schliesslich hatte ich mir extra Mühe gegeben. Alle Mamas werden jetzt wohl heftig nicken 😉

Das ist einer der Gründe, warum ich backen musste. Der andere war, dass im Garten arbeiten leider nicht möglich war, weil sich dort gerade ein letzter Ausläufer des Winters austobte.

April, April, der macht was er will

An Karfreitag war hier noch wunderbares Frühlingswetter. Und jetzt? Wintereinbruch mit Schneesturm! Igitt, das habe ich wirklich nicht bestellt! Zu den 10 cm Schnee herrschen jetzt auch wieder eisig kalte Temperaturen. Die Vegetation die sich so langsam hochgefahren hat, wurde grad wieder voll ausgebremst.

Meine ersten Gedanken, wenn es im April schneit gelten meinen Lieferanten. Da sind die Kirschblüten, die Äpfel und vor allem auch die Aprikosenblüten bei Familie Hagen im Thurgau. Dort ist alles schon viel weiter, als bei uns. Hier sind wir auf über 600 Metern über Meer. Meine Bäume blühen zum Glück noch nicht. Es sind alle Knospen noch geschlossen. Aber das Problem ist nicht nur das Erfrieren, sondern auch, dass die Bienen bei diesen Temperaturen nicht fliegen. Keine Bienen = Keine Äpfel (oder zumindest viel weniger). Ich hoffe, jetzt einfach ganz fest, dass sich die Ausfälle in Grenzen halten. Das ist das Kapital unserer Bauernfamilien. Weniger Ernte ist immer auch weniger Einkommen. Und die Ernte zu retten, heisst immer viel Aufwand mit ungewissem Ausgang. Die erste Grünspargelernte hat sich auf jeden Fall nach hinten verschoben, weil alles was schon aus der Erde herausgeschaut hat, verfroren ist. Das tut mir wirklich leid. Aber hey, ich warte gern und bezahle auch gerne den Preis für die feinen Schweizer Spargeln.

Programm heute: Salz-Crackers

Und weil grad Piccolinas Geburtstag und Ostern war, backe ich heute salzig statt süss. Crackers statt Cockies. Die Idee dafür habe ich aus dem Spezialheft “Selbst gemacht” von “Eat Club, You better trust in Taste”. Ein Heft, das ich mir vor zwei Jahren in den Sommerferien als Ferienlektüre gekauft habe. Was für ein Schatz! Ein einziges Heft, das besser ist als viele meiner Bücher. Ein Glücksgriff sozusagen.

Die eine Sorte meiner Cracker bestreue ich mit feinem Rosmarinsalz, die andere bestreiche ich mit Knoblauchbutter und die dritte ist mit Thymian im Teig und Fleur de Sel oben drauf. Das nächte Mal werde ich getrocknete Tomaten fein pürieren und beimischen, ich bin sehr gespannt. Bei Frau Linda sind übrigens die mit Pizzagewürz hoch im Kurs.

Die mit Knoblibutter haben wir übrigens nicht aufbewahrt, sondern gleich zum Abendessen verputzt. Gelagert in einer Dose wäre der Knoblauchgeschmack wohl eher nicht so angenehm und würde sich wahrscheinlich auch schnell zersetzen. Vielleicht mache ich mal einen Versuch, aber dieses Mal war leider nix mehr übrig.

Und zum Schluss noch dies…

Backen macht glücklich. Allein auf Google finden sich zu diesem Schlagwort 5.5 Milionen Beiträge. Aber es stimmt ja auch. Oder zumindest bei mir. Für mich ist es mit dem Backen wie mit dem Marmelade kochen: Da komme ich in den Flow, da bin ich fokussiert, das ist sozusagen mein Yoga. Und das Beste: ich weiss was drin ist, und es ist unverpackt.

Ob ich es immer schaffe, das mit dem Selberbacken? Wenn ich ehrlich bin: Nein. Aber ich werde jetzt sicher öfters Crackers backen. Vielleicht kann ich ja sogar meine Kids motivieren, eigene Ideen auszuprobieren? So labor-mässig. Oder vielleicht ist das schon eine Idee für ein nächstes Mitbringsel? Schöne Sterne oder Herzen ausgestochen? Ich glaube da müsste sogar noch ein Danke-Stempel-Ausstecher in einer Schublade rumfliegen? Hmmm…

Vielleicht habe ich dich motiviert? Versprochen, eine Ladung ist wirklich schnell gemacht und irgend etwas für drauf, und sei es nur etwas Salz, lässt sich bestimmt finden. Nimm was du gerade da hast und probier dich aus. Schick mir ein Bild deines Resultats und schreib mir welche Kreationen du gemacht hast, oder vielleicht schon länger in deinem Repertoire sind. Ich bin gespannt was du kreierst!

Genussvolle Grüsse und gutes Gelingen

Frau Rührwerk


Würzige Crackers

Ausgewallter Crackerteig im Backofen

Zutatenliste

  • 150 g Weissmehl
  • 2 TL Trockenhefe
  • 0.5 TL Salz
  • 240 ml Wasser auf 50-55°C temperiert
  • 1 EL Olivenöl
  • 150 – 200 g Vollkornmehl (ich habe 4 Korn-Mehl von der Altbachmühle verwendet)
  • Olivenöl zum Bestreichen
  • Gewürze oder Zutaten nach eigenem Geschmack

Was wir auch brauchen

  • Schüssel und Muskeln oder Teigknetmaschine
  • Waage
  • Wallholz (= Nudelholz)
  • Teigrad oder Messer (Pizzaschneider geht auch)
  • Backpapier
  • Backofen
  • Verschliessbare Dose zur Aufbewahrung

Teig zubereiten

Alles bis und mit Wasser und Olivenöl in die Schüssel geben, vermischen, rasch alles mit einem Löffel oder in der Knetmaschine auf Stufe 1 zu einem Teig zusammenfügen.
Vollkornmehl löffelweise zugeben und unterkneten, Teig ca. 5 Minuten zu einem glatten elastischen Teig verkneten,
zugedeckt 10 Minuten ruhenlassen. Backofen auf 210°C Umluft vorheizen.


Ausrollen und Backen

Teig in zwei Hälften teilen, mit etwas Mehl auf dem Backpapier das nachher verwendet werden soll, 3mm dick auswallen. Geht am Besten mit “Auswallhölzern”. Mit Olivenöl bepinseln, mit Fleur de Sel bestreuen, mit einem Teigrad oder mit dem Messer Bruchkanten vorgeben.

Je auf ein umgedrehtes Backblech geben, 15 Minuten backen. Herausnehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen. Ev. macht es Sinn die Bleche nach 7 Minuten zu wechseln und 180° zu drehen, um ein gleichmässigeres Ergebniss zu bekommen.


Haltbarkeit

Halten luftdicht verschlossen bis zu 5 Tage. Bei uns sind sie allerdings vorher gegessen. Wichtig ist dass die Cracker gut abgekühlt sind, bevor sie in die Dose gepackt werden, sonst werden sie weich und pampig.


Varianten

  • verschiedene Kräuter zugeben, Curry, Kurkuma, Paprika, Oregano usw.
  • statt Olivenöl zum Bestreichen Knoblauchbutter verwenden, oder Rosmarinöl, oder anderes Kräuteröl
  • andere Mehle oder Körner verwenden (Sesam, Mohn, Chia usw.)
  • Salz und Pfeffer zum Bestreuen, Kümmel, Sesam, Fenchel, Mohnsamen…
  • überbacken mit Reibkäse

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!



Dazu passt folgender Artikel, der mir sehr am Herzen liegt:

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