Freitag ist Wähentag

Stueck einer Apfelwaehe mit Kaffee

Wenn Ihr noch nicht wisst, was Ihr morgen kochen sollt, dann hätten wir hier eine Idee für Euch. 
Ein Gericht das uns allen schmeckt und das eine sehr lange Tradition hat: Apfelwähe.

Wähe ist ein Gericht mit langer Geschichte

Das ist ein altes Gericht, das früher mal „Armeleuteessen“ war, weil es aus Reste gemacht wurde. Es hat sich aber ganz schnell zum Essen des Mittelstandes hochgearbeitet. Entstanden sind Wähen oder Wääje, wie wir im Kanton Zürich und in Basel sagen schon im 16. Jahrhundert. Beim Brotbacken hat man die Reste aus den Teigschüsseln zusammengekratzt, zu einem flachen Fladen ausgewallt und belegt mit dem was gerade da war. So können Wähen süss oder salzig sein. Essen kann man sie eigentlich auch zu jeder Tageszeit. Ob zum Mittagessen oder bei einem schönen Nachmittagskaffee, das spielt nicht so eine grosse Rolle.  

Ich denke Pizza, Flammkuchen, Foccacia und wie alle diese Teigfladen heissen, könnten auf ähnliche Weise entstanden sein. Aber das sind Geschichten für ein anderes Mal. 

Vielfalt, Namen und Tradition

Blechkuchen oder einfach Kuchen wäre auch eine Variante, wie man den belegten Fladen, der aus dem Ofen kommt, nennen könnte. Im Kanton Bern sagt man übrigens Chueche dazu, die St.Galler Flade, die Schaffhauser Tünne im Französischen Teil der Schweiz Gâteau. Und wahrscheinlich gibt es noch viel mehr Namen für dieses feine Gebäck. 

Am Freitag hat man bei unserem Bäcker die Qual der Wahl: Käse, Käse mit Zwiebeln, Spinat mit oder ohne Speck, Gemüse, Zwetschgen, Aprikosen, Äpfel und so weiter. Eigentlich sind da fast keine Grenzen gesetzt. Drauf kommt, was da ist. Am Freitag, weil man vor allem in katholischen Gegenden an diesem Tag kein Fleisch essen möchte, und wer keinen Fisch mag, hat so eine tolle Alternative. 

Das Praktische an einer Wähe

Eine Wähe lässt sich wunderbar vorbereiten. Man kann sie kalt oder warm geniessen. Man kann sie am Abend vorher machen und im Kühlschrank aufbewahren und man kann sie kurz vor dem Essen noch einmal erwärmen.

Eine clevere Idee dafür habe ich beim Mann einer Freundin gesehen: er hat die Wähenstücke einfach kurz in die nicht eingefettete Bratpfanne gegeben und diese so gewärmt. Der Vorteil dabei ist, dass der Boden, der im Kühlschrank eher etwas weich wird, wieder knusprig wird. 

Leider mögen nicht alle Familienmitglieder die salzige Variante. Gut, wenn wir beim Bäcker Wähen holen, dann darf jeder aussuchen. Und vielleicht sollten wir uns kleine Bleche zulegen, dass wir verschiedene Beläge machen können? Hmmm… Aber warum kompliziert, wenn es einfach auch geht? Apfelwähe mögen alle. Äpfel sind immer im Haus. 

Ein paar Gedanken zum Teig

Lange Zeit habe ich mir immer den fertig ausgerollten Teig im Laden besorgt. – Kann man machen, muss man aber nicht, weil selbermachen ganz einfach ist. – Manchmal war nämlich kein Teig da, wenn ich ihn gebraucht hätte. Dann musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Vielleicht gab es dann Älplermagronen, statt Wähe. Ausserdem war es für mich klar, als ich meinen favorisierten Teig genauer anschaute. Was ich las, hat mir nicht gefallen. Erstens enthielt er Palmöl (ja ich weiss, da könnte man jetzt lange drüber reden) das möchte ich nicht kaufen. Und er ist in Plastik verpackt. Dazu kommt ein Stützkarton und er liegt auf einem Wegwerf-Backpapier. Viel Abfall für so eine Wähe! 

Darum habe ich einige Rezepte verglichen, Freundinnen gefragt (danke Gisela) und ausprobiert. Dabei habe ich Erfahrung gesammelt und nicht immer das Lob meiner Kinder geerntet. Aber mittlerweile kann ich in 15 Minuten eine Wähe mit selbstgemachtem Teig in den Ofen schieben. Es lohnt isch sowohl wirtschaftlich als auch kulinarisch, und ist effizient. Übrigens ernährungstechnisch haben wir alles drin: Kohlenhydrate im Teig, Eiweiss im Guss und das Frische mit den Äpfeln. Also ideal für Tage an denen es schnell gehen muss und schmecken soll. 
 

Viel Genuss und herzliche Grüsse

Eure Frau Rührwerk

PS. das Rezept gibt es wie immer am Ende des Beitrags als .pdf zum Herunterladen


Apfelwähe für ein Blech von ca. 32 cm

Zucker, Mehl, Hefe, Butter, Äpfel, gemalene Mandeln, Milch, Äpfel

Zutaten Teig

  • 200 g Mehl (Weiss- oder Halbweissmehl) 
  • 1 Prise Salz
  • 2 TL Zucker
  • 50 g Butter 
  • 1 gestr. TL Trockenhefe, oder ca. 1/8 Hefewürfel
  • 1 dl Wasser

Zutaten Belag und Guss

  • 5-6 Äpfel 
  • etwas gemahlene Mandeln (Kokosraspel, Paniermehl oder Cornlakes gehen auch) 
  • 3 Eier
  • Milch
  • Optional Chai-Sirup oder Zimt-Zucker 

Ausserdem brauchen wir

1 Schüssel, 1 Litermass, 1 Quirl, 1 Gabel, 1 Apfelschäler, 1 Rüstmesser,
1 Teelöffel, 1 Wallholz, Backpapier


Teig zubereiten

Mehl, Salz, und Zucker in eine Schüssel geben, Trockenhefe beigeben, gut untermischen,

Butter schmelzen, Wasser zur Butter geben, wer frische Hefe verwendet, gibt diese jetzt dazu und löst sie auf, zur Mehlmischung geben, rasch zu einem Teig zusammenfügen und kurz kneten, er soll nicht mehr an den Händen kleben, beiseitestellen und den Backofen auf 190°C Umluft vorheizen.


Äpfel vorbereiten

Äpfel schälen, in Schnitze schneiden und das Kerngehäuse entfernen.

Für diese Grösse des Blechs habe ich fünf und einen halben Apfel gebraucht.   


Guss zubereiten

3 Eier ins Litermass verquirlen, mit Milch auf 3 dl auffüllen, 

wer mag kann jetzt noch 2-3 EL Chaisirup beigeben, oder 2-3 EL Zimt-Zucker. Wir mögens mit Sirup. Wer es eher zuckerfrei mag, der kann auch allen Zucker weglassen. Die Äpfel bringen ja auch Süsse mit. 


Wähe einschichten

Teig auf die Grösse des Blechs auswallen, mit einer Gabel den Boden einstechen. Nicht vergessen!!!,

Boden mit den gemalenen Mandeln bestreuen, Äpfel einschichten.

Übrigens: Falls ihr kein Wähenblech habt, eine Kuchenform geht auch wunderbar.


Guss drüber und ab in den Ofen

Den Guss gleichmässig über die Äpfel verteilen, Apfelwähe in den vorgeheizten Ofen schieben, ca. 25 Minuten knusprig backen.

Herausnehmen, auf einem Gitter kurz etwas auskühlen lassen und anschliessend servieren. ApfelwäheEine frische Apfelwähe ist etwas Feines und ganz schnell gezaubert, aus dem was im Haus ist.


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