Älplermagronen

Teller mit Aelplermaccaronen und Apfelmus, dazu Käse und eine Käseraffel

Ein feines Essen mit Zutaten aus dem Vorrat

Im Moment gibt die Natur noch wenig Frisches her zum Einmachen. Gut, Bärlauch ist bereits da und den könnte man zu tollem Pesto verarbeiten. Ich habe ein Glas geschenkt bekommen und das passt übrigens wunderbar zu den heutigen Älplermagronen. Sozusagen Deluxe!  

Manchmal ist Einkaufen nicht so einfach. Heute im Frühling 2020 sind wir alle angehalten möglichst wenig aus dem Haus zu gehen. Aber es kann ja auch sein, dass ich ein krankes Kind habe, und darum nicht einkaufen kann. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich manchmal einfach keine Zeit zum einkaufen, weil ich beschäftigt bin und schlicht die Zeit vergesse. – Da rettet mich dieses Rezept manchmal. Das beste daran ist, dass wir es alle sehr mögen und noch viel besser ist, es ganz schnell bereit ist. 

Älplermagronen – ein ganz altes Rezept

Man nimmt an, dass dieses Rezept in der Zeit des Gotthardbaus entstanden ist. Damals kamen viele Mineure aus Italien für den Tunnelbau in die Schweiz. Sie brachten uns ihre geliebte Pasta mit. Wir kannten bis dahin eher Kartoffeln. Also gab man beides zusammen, um die kostbaren Teigwaren etwas zu „strecken“. Wahrscheinlich hat sich das heutige Rezept langsam daraus entwickelt.
Das was ich euch heute als „meine Variante“ vorstelle entspricht sicher nicht dem „Originalrezept“. Darauf erhebe ich auch keinerlei Anspruch. Es ist einfach so gekocht, wie wir es gern mögen. 

Zurück zur Geschichte: Jetzt waren es also Teigwaren (vorzugsweise in Röhrenform) und Kartoffeln. Und weil in ländlichen Gegenden meist Rahm, Eier und Zwiebeln vorhanden waren, hat sich das Rezept entwickelt. „Älpler“-Magronen nennt man sie, weil es ein tolles Essen für Sennen war: es konnte leicht auf dem Feuer bereitet werden und vorallem war das Transportgewicht niedrig. So ein Sack Teigwaren konnte gut noch mitgenommen werden, wenn die Vorräte per Maultier auf die Alp gesäumt wurden. Heute mit dem Helikopter ist das wohl nicht mehr ganz so wichtig. Aber gerne gegessen wird es auf jeden Fall immer noch. In praktisch jedem Bergrestaurant findet man eine eigene Variante des Rezepts auf der Speisekarte. 

Das sind die Zutaten bei Familie Rührwerk

Ich benötige folgendes:

  • Kartoffeln aus dem Vorrat, auch wenn die manchmal schon die Fühler strecken
    (solange sie beim Schälen noch saftig und farblich einwandfrei sind, verwende ich sie)
  • Teigwaren aus dem Vorrat (irgend eine Form ist immer da)
  • Vollrahm, habe ich immer in kleinen Einheiten im Kühlschrank (werden weniger schnell sauer)
  • Käse, ist immer im Kühlschrank und kann geraffelt werden
  • Salz, Muskat, Paprika und Pfeffer aus der Gewürzschublade
  • feines Apfelmus, welches ich im Herbst eingemacht habe, aus dem Vorrat
  • Zwiebeln nehme ich meist keine, weil meine Kids die nicht mögen 
  • ca. 20 Min. Zeit und jemanden der den Tisch deckt

Falls irgend eine Zutat fehlt, improvisiere ich. Wer mag soll sich noch Gemüse und/oder Salat machen. Und ja, eine leichte Mahlzeit ist es nicht. Die meisten Rezepte sind sogar noch deftiger. Da werden die  Zwiebeln mit viel Butter angeschwitzt und am Schluss über die Magronen gegossen. Das ist uns zu mastig. Und wer es noch leichter mag, kann Halbrahm oder eine fettreduzierte Kochcreme verwenden und nur wenig oder keinen Käse. Oder man könnte es sicher auch mit veganen Produkten ausprobiert werden.  

Mein Fazit: Meist ist alles was ich brauche im Haus und nach dem Essen sind alle satt und zufrieden.
Was will man in diesen Tagen mehr? 

Eure Frau Rühr-Werk

PS. das Rezept gibt es wie immer am Ende des Beitrags als .pdf zum Herunterladen


Frau Rühr-Werks Älplermagronen für 4 Pers. (2 Erw. + 2 Kinder)

Kartoffeln, Nudeln, Rahm

Zutaten

300 g Teigwaren

200 g Kartoffeln

1 dl Rahm 

Käse zum Reiben

Apfelmus aus dem Vorrat oder frische gekochte Apfelschnitze als Beilage

Salz, Muskat, Paprika, Pfeffer 

Ausserdem brauchen wir

1 grosse Pfanne, Kartoffelschäler, Rüstbrett, 1 Messer, 1 Sieb zum Abgiessen der Teigwaren

Mise en place mit geschnittenen Kartoffeln, Teigwaren, Salz und Vollrahm

Mise en place

Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden
Teigwaren abwiegen

Wasser zum Kochen bringen, salzen 

Muskat kommt am Ende des Kochvorgangs zum Abschmecken dazu

Kochen

Teigwaren und Kartoffeln zusammen ins kochende Wasser geben, nach Angabe auf den Teigwaren kochen ca. 8-10 Minuten,
Wasser abgiessen, Rahm über die heissen Teigwaren/Kartoffeln giessen, unter rühren kurz zurück auf die heisse Platte stellen (1-2 Min.) bis der Rahm heiss ist. 

Von der Platte nehmen, mit Muskat, Paprika und ev. Pfeffer würzen.

Fertiger Teller mit Aelplermagronen und Apfelmus

Fertig sind die feinen Älplermagronen

Bei uns werden sie mit Käse zum selbst raffeln und Apfelmus serviert. Manchmal gibt es dazu noch Salat oder Gemüse, damit wir noch ein paar frische Vitamine haben.

Und jetzt wünsche ich gutes Gelingen und En Guete ÄlplermagronenFeines Essen aus den Vorräten. Richtiger Soulfood.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.